Crada – Zehnmeilenstiefel im Gepäck

22. Juni 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Habe für das Wildstyle Mag ein Interview mit dem 27-Jährigen Producer Christian Kalla alias Crada, anlässlich des Erfolges von Drakes Debütalbum Thank Me Later, geführt. Ein Auszug:

Wie viel verdankst du dem leider verstorbenen Ali Rasul?
Über Ali habe ich die Jungs überhaupt erst kennengelernt. Ich habe Ali bereits 2003 erste Beats geschickt. Beim Splash! Festival 2005 hat er dann den ersten Beat gepickt und mir parallel Kitsune und B.A. vorgestellt. Seitdem waren wir eine Familie. Ali hat mich gedrillt und mein Verständnis für Musik geschult. Ali war ein Genie und jeder meiner Songs ist Teil seines Vermächtnisses.

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Purkwa – „Was bewegt schon ein Junge, der rappt?“

14. Januar 2010 § 2 Kommentare

Purkwa am Mic, Klappe, die Zweite!

Mit Gegensätze und Megaphon meldet sich der Rap-Revoluzzer zurück. Vorab aber noch ein paar Zeilen zu seinem Erstlingswerk. Auf „Piratensender“ störte der wenig abwechslungsreiche Flow und die ewig gleiche Stimmlage. Auf Albumlänge schlich sich ein Gefühl der Monotonie ein. Bei seinem aktuellen Album Gegensätze, wieder exklusiv von Crada produziert, scheint er aus den Kritiken gelernt zu haben. Purkwa verleiht seinen Worten jetzt mehr Nachdruck, wechselt häufig die Tonlage und spielt auch mehr mit seinem Flow. Dieses Manko konnte er zur Freude der Kritiker definitiv ausgleichen und weiß nun, wie er seine Hörer mitreissen kann. Von Revolution sollte auch nicht im Flüsterton gesprochen werden. Seine Texte gehen unter die Haut, wie beim ersten Album auch. Purkwa ist „back in the days“, macht dennoch wieder einen Schritt nach vorne. Dennoch wirkt es an manchen Stellen doch störend, wenn er mitten im Text ins Englische wechselt, zwar gekonnt, dennoch unerwartet. Wenn man sich bewusst macht, dass er vor allem englischsprachige MCs bevorzugt, könnte man es auch als eine Hommage an seine Lieblingskünstler werten.

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Purkwa schreibt gegen Sätze!

11. Januar 2010 § Ein Kommentar

(Teile des Interviews stehen auch als Video bereit, siehe Links unten)

Drei Jahre nach seinem Solo-Debüt „Piratensender“ erscheint das zweite Album „Gegensätze“ des Bayreuther MCs Purkwa. Der 27-Jährige, mit bürgerlichem Namen Tobias Hauffe, vertraute wieder ausschließlich auf das Können des Frankfurter Produzenten Cradas. Mix und Mastering der 14 Songs seiner Platte überliess er keinem Geringeren als sashliQ, aus dem Umfeld von Curse. Im Interview spricht er über Yanti Records, seine Liebe zu wirklichen Songs und natürlich, sein Album.

holg: Würdest du dich selbst als Che Guevara des Raps bezeichnen?

Purkwa: (lacht) Nein, definitiv nicht. Ich glaube zwar, dass der Kapitalismus als Idee gescheitert ist und als Idee schon immer falsch war. Aber was ich hier tue, ist nicht revolutionär. Zumindest nicht in meinen Augen. Ich würde mich als Antikapitalist bezeichnen, aber ich habe noch keine Antworten oder passende Reaktionen auf diese gescheiterte Idee gefunden. Auch im Hip Hop spiegelt sich das wieder, alles ist heute in dieser Idee gefangen. Jeder hat ein Profil auf Myspace, aber kaum einer von denen spielt wirklich live. Was ich außerdem ablehne, ist das in der Gesellschaft vorherrschende Stellvertretertum. Es ist die Aufgabe unserer Generation jetzt etwas zu ändern. Die bisherige Fehlentwicklung erfordert ein radikales Umdenken, aber leider scheitere auch ich zu oft an diesem Anspruch.

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Astad Debütalbum – Sophomore Season

21. Dezember 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Seit dem ersten Dezember ist das 15 Songs starke Debütalbum „Sophomore Season“ des Weißenstädter MCs „Astad“ exklusiv auf rap.de erhältlich. 1000 Kopien möchte der 29-Jährige, mit bürgerlichem Namen Florian Vates, nun an die geneigten Rap-Fans bringen und hat sich dazu prominente Gastbeiträge auf sein Album geholt. Neben „Promoe“,  von Looptroop“, gibt sich unter anderem auch „Sabac Red“, ehemals „Non Phixion“, die Ehre. Im Interview berichtet der MC über seinen langen Weg zum fertigen Album und seine Freundschaft zum ehemaligen „Sceptic“ Crew Kollegen Crada.

Mit Verkaufs- oder Downloadzahlen konnte der gesprächige MC zwar nicht aufwarten, aber die bisher erhaltenen Album-Kritiken bewegen sich wohl überwiegend zwischen den Schulnoten „sehr gut“ und „gut“. „Na gut, ein paar Hörern ist der Sound auch zu düster“, davon lässt sich der MC nicht beirren und glaubt an den Erfolg seines Erstlingswerkes.

Leider schweigt er sich aus, was die Entlohnung seiner Features betrifft, aber zumindest erfahren wir mehr über deren Zustandekommen. Über Myspace sprach er zum Beispiel Promoe und Sabac Red an die prompt antworteten. Mit beiden konnte er sich schnell einigen und Astad schickte erste Beat- und Songgerüste per E-Mail.

Für die brachialen, meist düsteren Beats zeichnen sich Producer wie Crada oder DJ Smoove aus Bamberg verantwortlich. Scratch Dee produzierte die Beats für die eben erwähnten Gastbeiträge, auch Steve Rösiger lieferte einen Beat der Astad sehr am Herzen liegt. Aber es waren vor allem die Produktionen des Karlsruher Produzententeams Snowgoons, die den musikalischen Nerv des MCs getroffen haben.

Wäre DJ Smoove nicht gewesen, wäre das Album wohl auf den Studiorechner versauert und hätte wahrscheinlich nie das Licht der Welt erblickt. Bereits vor zwei Jahren begann Astad, im Studio von RPM, die Aufnahmen für sein Debüt. „Bei uns beiden hat einfach die Chemie nicht gestimmt“, wie er heute weiß. Die Charaktere der beiden wären zu gleich und konnten sich nicht gewinnbringend ergänzen. „Wir sind beide zu detailverliebt“. Auch wenn RPM „wirklich Lust hatte“ das Album fertig zu stellen, wurde ab August 2008 bei DJ Smoove weiter an dem Album gearbeitet. „Der Typ ist einfach geil auf Rap, unglaublich!“, so wurden wochenweise die bereits eingerappten Texte auf neue Beats gebannt und Astad arbeitete parallel weiter an frischen Texten. Nachdem bei DJ Smoove der Großteil des Aufnahmeprozesses über die Bühne ging, sorgte Scratch Dee für den letzten musikalischen Feinschliff von Sophomore Season. Für das Mastering holte man sich  zusätzlich ein paar frische Ohren ins Boot, Christoph Beyerlein kümmerte sich um das professionelle Klangbild von Astads Debütalbum.

Eigentlich wollte Scratch Dee vor einem Jahr schon die Single „Thirst feat. Promoe“ auf seinem Label PYROMUSIC veröffentlichen, dies verlief zuerst im Sande. Doch die beiden hielten Kontakt und demnach war es nur eine logische Konsequenz, dass das Album über sein Label erscheint. „Ohne Scratch wäre mein Release sicher anders geworden, nicht so professionell mit der ganzen Promotion und allem. Durch seine Erfahrungen mit Pyro und Mellow Mark, weiß er einfach wie man ein Album herausbringen muss.“

Thematisch schneidet Astads Album viele Bereiche an. „Jeder Song erzählt seine eigene Story, es gibt nicht den klassichen Ladiestrack oder den Partytrack.“ Auf harten, düsteren Beats verarbeitet er Sozial- und Medienkritik, reflektiert selbstkritisch seine Vergangenheit oder verteilt Hiebe an die Machthabenden aus Politik und Wirtschaft.

Auf die Frage hin, ob er versucht an Cradas Ruhm teilzuhaben antwortet er schlicht: „Nein, das ist definitiv nicht so. Ich bin keiner dieser Trittbrettfahrer, die aus dem Nichts auftauchen und sich auf eine Freundschaft mit ihm berufen wollen. Wir sind immer noch gute Freunde und ich möchte die Sceptic Zeiten nicht vermissen.“ Zudem lässt er wissen, wenn Crada je ein Produzentenalbum veröffentlichen sollte, dann wäre er auf jeden Fall an Bord.

Auch er weiß dass die Jam-Szene in Deutschland nahezu tot ist und berichtet von geplanten Festivalauftritten. Sicher aber ist der Termin für seine erste live Show am 20. Februar im Nürnberger Basement. „Wie es danach weitergeht, werden wir noch sehen“.

Mehr Informationen:

www.myspace.com/astad

www.pyromusic.de

http://shop.rap.de/rapde/astad-sophmore-season.html – Album hier kaufen!

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erschienen in: Frankenpost – Junge Seite

// http://www.frankenpost.de/nachrichten/jugend/mittendrin/art2840,1180059

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