Menschen hinter dem Sucher: Alexander Spanke

24. Mai 2010 § 4 Kommentare

Am heutigen Montag ist der Gevelsberger Alexander Spanke an der Reihe, der momentan in Schottland verweilt und hoffentlich interessante Bilder mitbringen wird. Über Twitter kam gestern von ihm rein, dass er nach sieben Tag endlich ein Hotel mit W-LAN erwischt hat. Gratulation! Und hier sind seine Antworten:

Kannst du über spannende Projekte berichten?

Zur Zeit sogar über zwei, auch wenn ich nicht sicher bin ob diese tatsächlich erfolgreich sein werden. Zum einen wurde ich vor ein paar Wochen von einem Verlag angeschrieben, ob ich Interesse an einer Zusammenarbeit hätte. Sie suchen Fotografen für Fotodrucke, wie sie überall zu kaufen sind und zur Erstellung von eines Kalenders. Natürlich hatte ich gleich zugesagt und warte derzeit ungeduldig auf weitere Informationsmaterialien und den Vertrag, bin gespannt wie es hier weitergeht. Zum anderen wurde ich von einem Freund gefragt ob ich Lust hätte mit ihm zusammen Bilder von einem alten Bergwerk zu machen, seine Kollegin arbeitet gerade an einem Buch und benötigt hierzu Fotos. Das ganze findet [fand] kommendes Wochenende statt, freue mich schon auf diese Erfahrung.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Das erste oder zweite Mal? Also ursprünglich ging es in meiner Jugend, ja ich bin schon alt, mit etwa 15 oder 16 Jahren los. Ich habe mir von meinem Taschengeld eine gebrauchte Cosina mit einer 50er Festbrennweite gekauft. Aus Kostengründen habe ich damals die S/W Filme selbst in meinem Zimmer entwickelt und dann nur von einzelnen Bilder Abzüge bestellt. Das klappte mit ein wenig Übung auch ganz gut, solange meine Mutter nicht im falschen Moment ins Zimmer kam (lacht).

Später gab es dann noch ein 35 – 70 von Tokina dazu und ich fing an den nahe gelegenen See und die dort lebenden Tiere zu fotografieren, am liebsten fotografierte ich den dort lebenden Schwan, der fauchte immer so cool wenn ich zu nahe an ihn heran ging (lacht). Das zweite Mal war vor etwa drei Jahren, wir hatten zu Hause einen Wasserschaden in der Küche und mussten daher für die Versicherung Fotos machen. Aufgrund, dass unsere Kamera zu der Zeit defekt war, wollte ich mit der neuen Kamera aber etwas besseres holen, dachte dabei zunächst an eine Bridge Kamera. Doch ein Freund von mir überredete mich, es doch wieder mit einer SLR zu versuchen, da konnte und wollte ich nichts dagegen halten: Es wurde eine Nikon D50 und die Faszination ging wieder los.

Übrigens, nachdem der Stein bereits ins Rollen gebracht war, stellte sich raus, dass unsere alte Kamera doch nicht defekt war, der Akku war nur leer…

…meine Frau hatte die Ladestation aus der Steckdose gezogen.

Hast du Fotografie oder etwas ähnliches studiert?

Ursprünglich fing es als Hobby an, doch mit der Zeit wollte ich mehr zu dem Thema wissen, deswegen habe ich vergangenes Jahr angefangen am Fotografie Institut in Köln Fotografie zu studieren.

Verdienst du aktuell Geld mit deinen Bildern?

Noch nicht, aber wer weiß was so alles geschieht (lacht).

Würdest du von der Fotografie leben wollen?

Gute Frage, also aktuell würde ich sagen nein, zum Ersten möchte ich mir bei der Fotografie die Leidenschaft und den Spaß daran bewahren und darüber hinaus habe ich die Sorge, wenn ich mit der Fotografie meine Brötchen verdienen würde, dass man schnell in diesen Trott des Geldes wegen rutscht und den Spaß daran verliert.

Was möchtest du auf deinen Bilder verewigen?

Das ist ganz verschieden, ich versuche zumindest immer eine Aussage, ein Gefühl mit meinen Bildern zu verbinden. Sei es die Einsamkeit eines abgestorbenen Baumes alleine auf der Wiese, oder einen Moment der Freude auf einer Hochzeit.

Welche Bereiche der Fotografie deckst du ab?

Derzeit experimentiere ich noch etwas, es zieht mich aber immer mehr zur mit Menschen, besonders Portraits und Natur- beziehungsweise Landschaftsaufnahmen.

Was macht diese Bereiche für dich so interessant?

Nun, zum einen arbeite ich gerne mit Menschen, es ist faszinierend wie viele verschiedene Charaktere es gibt, jeder reagiert unterschiedlich in vergleichbaren Situationen. Genau das ist es wieso ich manche Momente voller Emotionen gerne in Bildern festhalte. Die Natur begeistert mich gerade aufgrund ihrer Ruhe und Gelassenheit. Sie ist genau der Gegenpol zu den vielen verschiedenen Menschen, hier geht es in dem Moment nur um mich und wie ich die Situation vor der Linse empfinde.

Glaubensfrage: Analog oder digital?

Mir wurscht (lacht). Zu meinen Anfängen war es S/W analog, heute digital. Ich bin da sehr flexibel, auch wenn ich gerne mal mit analogem Mittelformat in die Landschaft gehen würde.

Glaubensfrage 2: Post Processing. Wie extrem veränderst du deine Bilder?

So weit wie es nötig ist, um die Bildaussage zu unterstreichen. Das hört sich jetzt nun aber extremer an als es ist, ich bin kein Photoshop Künstler und möchte in meinen Bildern auch gar nicht so weit weg von der Realität, daher sind es meist kleiner bis mittlere Anpassungen, wie beispielsweise die Farbstimmung, der Beschnitt.

Welche Software nutzt du?

Als RAW Konverter nutze ich Capture NX2, danach folgt Photoshop CS4 beziehungsweise diesen Monat hoffentlich noch CS5. [ist ja nun fast released]

Welche Kamera und Objektive nutzt du am häufigsten?

Meine Kamera ist derzeit eine Nikon D200, sie nutze ich eigentlich immer, hatte bisher nur ein Mal auf meine D50 ausweichen müssen. Für dieses Jahr steht aber der Wechsel auf Vollformat an, ob es die D700 oder das hoffentlich bald erscheinende Nachfolgemodell wird, muss sich aber noch zeigen. Bei den Objektiven experimentiere ich gerne, für Portraits nutze ich sehr gerne meine Nikkor 50mm f1.8 Festbrennweite und mein Tamron 70-200mm f2.8, versuche mich aber auch mal mit etwas ungewöhnlichen Brennweiten, wie zum Beisoiel meinem Tokina 12-24mm f4. Zieht es mich mal wieder raus in die Natur bin ich dagegen aber etwas zurückhaltender und nutze überwiegend mein Tokina 12-24mm f4 und ein Tamron 28-75mm f2.8.

Vollende diesen Satz: Fotografie…

…ist eine der schönsten Möglichkeiten dem Alltagsstress zu entfliehen und dabei etwas Schönes zu erschaffen.

Was möchtest du noch ansprechen?

Eigentlich fällt mir nichts mehr ein, außer ein Danke bei Deinem Projekt Menschen hinter dem Sucher dabei sein zu dürfen. Ich bin gespannt auf jede Menge weitere Interviews auf Deinem Blog!

Hier findet ihr die bereits erschienenen Interviews mit Menschen hinter dem Sucher…

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