Menschen hinter dem Sucher: Stefan Kassal

19. April 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Heute stelle ich mal wieder jemand aus dem Kreise der LensArtists vor: Stefan Kassal. Der Münchner spielt gerne etwas mehr mit Photoshop herum und setzt seiner Fanatasie kaum Grenzen. Sein Faible für Gothic profitiert auf jeden Fall davon. Neben Latex und nassen Hemdchen, gibt es hier und da auch ein wenig Kunstblut zu sehen…

Bevor es zu den Fragen geht, noch ein kurzer Hinweis: Sein Blog Capture The Light ist einen Besuch wert!

Kannst du über spannende Projekte berichten?

In einem aktuellen Projekt geht es um Tarotkarten. (Anmerkung: Bild bei Glaubensfrage 2 weiter unten) Mein Ziel ist es, die Karten der grossen Arkana als Bilder darzustellen. Hier spielt die Bildbearbeitung natürlich auch eine grosse Rolle. Mal schauen, wie lange es dauert, bis ich wirklich alle Karten zusammen habe. Im Moment sind vier Stück fertig und eine ist in Arbeit.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Wie wahrscheinlich viele habe ich damit angefangen, mit meiner ersten Digicam rumzuspielen und ein paar Bilder zu knipsen. Ich habe natürlich alles mögliche auf den Chip gebannt und irgendwann auch Shootings mit meiner damaligen Freundin, jetzt Frau, zu machen. Nachdem mir das so viel Spass gemacht hat und ich gleichzeitig an die Grenzen der Kamera gekommen bin, habe ich mir dann eine DSLR zugelegt und damit noch mehr rumprobiert. Irgendwann hatte ich dann die ersten Studioblitze und war bei einem Kombiworkshop Studiofotografie und Bildbearbeitung. Danach war es um mich geschehen. Thematisch sind viele meiner Bilder irgendwo im Bereich Gothic, Fetish und Fantasy angesiedelt, die Übergänge sind hier fliessend. Ich mag die Gothic-Szene nicht nur wegen der tollen Musik und Offenheit, sondern natürlich auch wegen der zum Teil sehr fantasievollen Outfits.

Hast du Fotografie oder etwas ähnliches studiert?

Nein, ich habe Informatik studiert, also etwas komplett anderes.

Verdienst du aktuell Geld mit deinen Bildern?

Ich verkaufe einen Teil meiner Bilder über Bildagenturen. Ausserdem mache ich immer wieder Shootings, für die ich bezahlt werde. Da reicht das Spektrum von Portraits bis zu Hochzeits-Shootings. Da bei mir die Bildbearbeitung zu den Bildern praktisch immer dazu gehört, habe ich auf diesem Gebiet natürlich einiges an Erfahrung gesammelt, so dass ich auch diese Dienstleistung anderen gegen Bezahlung anbieten kann.

Würdest du von der Fotografie leben wollen?

Natürlich wäre es toll, rein von der Fotografie leben zu können. Allerdings bin ich Realist genug um zu wissen, dass ich dann nicht mehr nur die Shootings machen könnte, die mir Spass machen. Deshalb hätte ich ein bisschen Bedenken, dass der Spass, den ich an der Fotografie habe, verloren gehen könnte.

Was möchtest du auf deinen Bilder verewigen?

Ganz allgemein geht es mir geht es darum, meine Models perfekt in Szene zu setzen. Egal ob das jetzt menschliche oder, wie bei der Makrofotografie, tierische Models sind.

Welche Bereiche der Fotografie deckst du ab?

Portrait beziehungsweise People und Makrofotografie.

Was macht diese Bereiche für dich so interessant?

Die Makrofotografie finde ich so spannend, weil man Dinge sieht, an denen man sonst achtlos vorbeiläuft. An der Portrait- und Peoplefotografie mag ich zum einem die Arbeit mit den Models und zum anderen, dass ich meine Bild-Ideen hier wunderbar umsetzen kann. Das einzig begrenzende Element dabei ist eigentlich meine Fantasie.

Glaubensfrage: Analog oder digital?

Für mich ist das eigentlich keine Glaubensfrage. So richtig mit dem Fotografieren angefangen, habe ich ja erst mit einer Digicam. Ich stand also früher noch nie in der Dunkelkammer und habe meine Filme selbst entwickelt. Im Prinzip ist es doch auch egal, ob analog oder digital. Am Ende zählt das Bild und wie es aussieht beziehungsweise wirkt und nicht wie es entstanden ist.

Glaubensfrage 2: Post Processing. Wie extrem veränderst du deine Bilder?

Generell sind alle meine Bilder bearbeitet, da ich in RAW fotografiere und damit die Bilder immer in Lightroom entwickle. Wie stark, das kommt immer darauf an, was ich mit dem Bild erreichen will. Bei meinen Makros will ich die Schönheit der Natur zeigen. Also bearbeite ich diese Bilder nur sehr wenig in Lightroom. Auch wenn ich durchaus Bilder von Models habe, die recht wenig bearbeitet sind, bearbeite ich diese Bilder zum grössten Teil viel mehr. Da reicht Lightroom nicht, sondern hier wird auch Photoshop gestartet. Hier geht es mir meist darum, einen bestimmten Look zu erzeugen, und bei dem spielt die Nachbearbeitung eine wichtige Rolle.

Natürlich bekomme ich da oft Aussagen wie Das ist mir zuviel bearbeitet und kein Foto mehr. Das ist ja auch ok. Jeder hat seinen eigenen Geschmack und meine Bilder müssen nicht allen gefallen. Jeder soll seine Bilder so bearbeiten wie er möchte oder es eben sein lassen. Was ich wirklich nicht mehr hören kann, ist die Behauptung, man könnte in der digitalen Fotografie aus jedem Bild ein Meisterwerk machen. Das ist Schwachsinn! Wenn das Ausgangsmaterial nicht stimmt, kann man ein Bild auch mit Photoshop und Co nicht mehr retten. In der Dunkelkammer war und ist es ja auch nicht anders. Bei meinen Composings habe ich das fertige Bild, zuminderst grob, schon im Kopf und setze das Licht beziehungsweise fotografiere so, dass es später alles zusammen passt. Das Post Processing ist bei mir also fest mit eingeplant, mal mehr mal weniger. Das hängt auch davon ab wie ich es einsetzen muss, um am Ende das Bild zu haben, dass ich will.

Welche Software nutzt du?

Photoshop CS4, Lightroom 2 und DAZ 3D.

Welche Kamera und Objektive nutzt du am häufigsten?

Canon 40D. Im Studio: Canon L 2.8/24-70. Für Makros: Sigma 2.8/150 Macro. On Location: Sigma 1.4/50

Vollende diesen Satz: Fotografie…

…ermöglicht es mir, anderen die Welt so zu zeigen, wie ich sie sehe oder manchmal auch sehen möchte.

Hier findet ihr die bereits erschienenen Interviews mit Menschen hinter dem Sucher…

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