Menschen hinter dem Sucher: Torsten Muehlbacher

22. März 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Diese Woche möchte ich euch den Österreicher Torsten Muehlbacher (Flickr) vorstellen. Durch seine Plattform LensArtists wurde ich erstmals auf ihn und seine Bilder aufmerksam. Nachdem er bei Facebook regelmäßig von seinen Touren durch die Tiroler Berge berichtet, ließ ich auch ihm ein paar Fragen zukommen. Dabei ist ein Einblick in die österreichische Foto-Welt und die Gedankengänge eines begeisterten Wanderers entstanden:

Kannst du über spannende Projekte berichten?

Als Projekte sehe ich meine beiden Webseiten. Meine persönliche Homepage zeigt allerlei meines fotografischen Alltags. Es ist weniger eine Homepage über diverse Fotothemen, die Seite lebt eher von meinen fotografischen Momenten – sei es auf Reisen, Konzertfotografie oder von diversen Bergtouren in meiner schönen Heimat Tirol. Mit LensArtists begebe ich mich auf ein anderes Terrain. Dort stehen mal nicht meine Bilder im Vordergrund. Hier ist es mir wichtig viele Fotografen und Fotografie-Begeisterte vorzustellen und den Besuchern die einzigartigen, und auch teilweise komplett verschiedenen Stilrichtungen der Artists näherzubringen.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Ich habe schon recht früh mit der Fotografie begonnen. In der Hauptschulzeit war meine kleine Compact-Kamera immer bei diversen Schulausflügen dabei. Damals natürlich noch alles analog. Die Jahre vergingen, das Interesse an der Fotografie wurde weniger. Obwohl ich mittlerweile auf eine Spiegelreflexkamera, Canon EOS500n, umgestiegen war, hielten sich die Ausflüge mit der Kamera in Grenzen. Erst mit aufkommen der Digitalfotografie wuchs in mir wieder das Interesse. Als erstes kam eine digitale Kompakt-Kamera. Mit steigender Begeisterung wechselte ich aber schnell ins digitale Spiegelreflex-Lager und seit gut acht Jahren ist die Kamera so gut wie mit meiner Hand verwachsen. Das Fotografie-Fieber hat mich wieder voll erwischt.

Hast du Fotografie oder etwas ähnliches studiert?

Beigebracht habe ich es mir mit learning by doing und diversen Fachbüchern. Fotografie ist für mich ein Hobby – eine Abwechslung zum Bürojob.

Verdienst du aktuell Geld mit deinen Bildern?

Nun ja, hier in Österreich darf man ja eigentlich als normalsterblicher Hobbyfotograf kein Geld verdienen. Dazu benötigt man hier eine Ausbildung beziehungsweise den Meisterbrief. Aber ich hoffe, wie so gut wie alle ambitionierten Hobbyfotografen, das diese Regelung bald der Vergangenheit angehören wird.

Würdest du von der Fotografie leben wollen?

Hmm. Gute Frage! Falls es mal erlaubt wird, würde ich es eher als Nebenberuf ausüben wollen. Von der Fotografie zu leben, heißt ja Vollzeitfotograf zu sein. Hauptberufliche Fotografen haben es meiner Meinung nach heutzutage schon gar nicht mehr so leicht. Viele gute Amateure werden schon, beispielsweise für Hochzeiten, engagiert und oft sind die Bilder besser als von den Profis. Wenn ich jetzt als Neuling in dieses Gewerbe komme, müsste ich schon vorher einen guten Namen haben um überhaupt überleben zu können.

Was möchtest du auf deinen Bilder verewigen?

Vergängliches – wie die Natur. Den Augenblick, den ich durch den Sucher sehe, wird es so nicht mehr geben. Aber auch als Erinnerung an schöne Reisen und tolle Zeiten.

Welche Bereiche der Fotografie deckst du ab?

Wie man vielleicht schon vermuten konnte, bin ich vor allem in der Natur unterwegs. Ich liebe es, in den Tiroler Bergen unterwegs zu sein – auf einem Berggipfel zu stehen und ins Tal zu blicken. Diesen Moment festzuhalten ist das schönste. Ein weiterer Bereich ist die Reisefotografie. Fremde Kulturen und Völker festzuhalten war schon immer ein Traum von mir. Desweiteren fotografiere ich aber auch auf Konzerten, mache Portraits und ab und zu mal HDRs – obwohl ich überhaupt kein Fan von den überbunten HDRs bin.

Was macht diese Bereiche für dich so interessant?

Mit der Bergfotografie schlage ich ja gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen die sportliche Betätigung in der Natur. Gar nicht mal so ohne mit Kamera, mehreren Objektiven und dem Stativ im Rucksack. Da kommen schon mal ein paar Kilo zusammen – und geh damit mal auf über 2.000m! Zum anderen die Fotografie – einmalige Bergpanoramas, Nahaufnahmen von Bergfauna und -flora, aber auch das Kennenlernen von Gleichgesinnten. Immer öfter treffe ich fotobegeisterte Wanderer auf den Bergen und man kommt am Berg sowieso viel leichter ins Gespräch. Dann wäre noch das Reisen – eigentlich wieder zwei Fliegen. Die Lust am Reisen und fremde Kulturen kennenzulernen und die Fotografie.

Glaubensfrage: Analog oder digital?

Ich habe früher sehr viel analog fotografiert. Die S/W Filme sogar selbst entwickelt. Die digitale Fotografie gibt einfach mehr Möglichkeiten beim Ausprobieren und der Zeitfaktor spielt auch eine grosse Rolle. Klar, man verbringt viele Stunden an der Auswertung und Bearbeitung am PC, aber der Vorteil liegt ja schon beim Fotografieren. Man sieht das Ergebnis sofort am Kameramonitor. Ist das Bild was geworden? Unter- oder Überbelichtet? Im Notfall, lösche ich es und probiere eine andere Einstellung. Analog müsste ich jetzt warten bis die Bilder entwickelt sind. Natürlich habe ich mir dann die Kameraeinstellungen zu dem Bild nicht gemerkt und stehe dumm da.

Glaubensfrage 2: Post Processing. Wie extrem veränderst du deine Bilder?

Nicht zu viel und nicht zu wenig, da ich im RAW fotografiere ist eine kleine Nachbearbeitung ja nicht ganz unumgänglich. Falls ein Bild mal besser in S/W aussieht, mach ich halt S/W daraus. Aber ansonsten sollte das Bild so rüberkommen, wie es in Natura auch ausgesehen hat.

Welche Software nutzt du?

Am liebsten Lightroom und ab und zu mal Photoshop.

Welche Kamera und Objektive nutzt du am häufigsten?

Kommt auf die Situation drauf an. Als Kamera verwende ich eine Canon EOS 5D Mark II. Wenn ich auf den Bergen unterwegs bin, habe ich meistens das Canon EF 24-105L und ein 50mm Objektiv dabei. Im Winter ärgere ich mich manchmal, das ich das 70-200 nicht bei mir habe. Gerade im Winter begegne ich auf den Bergen vielen Gemsen und wie bei den meisten Tieren komme ich da nicht gerade auf zwei bis drei Meter heran. Aber man darf das Gewicht nicht unterschätzen das man so mitschleppt. Auf Reisen sind dann alle Objektive dabei – wobei das erwähnte 24-105L das meistbenutzte Objektiv ist.

Vollende diesen Satz: Fotografie…

ist das Festhalten von Vergänglichem. Und – einfach ein tolles Hobby um zu entspannen.

Was möchtest du noch ansprechen?

Es ist eine gute Idee von dir, Fotografen und Fotografie-Begeisterte zu interviewen und den Lesern näher zu bringen. Mittlerweile ist ja eine richtige Community rund um die Fotografie entstanden. Ich freue mich immer wieder, wenn ich was neues über die Fotografie erfahre, wie andere Fotografen an ihr Handwerk herangehen – man lernt immer wieder dazu.

Ich denke, hier werden demnächst noch ein paar LensArtists vorgestellt werden, seid gespannt auf spannende Projekte!

Hier gibt es mehr Menschen hinter dem Sucher

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