Purkwa – „Was bewegt schon ein Junge, der rappt?“

14. Januar 2010 § 2 Kommentare

Purkwa am Mic, Klappe, die Zweite!

Mit Gegensätze und Megaphon meldet sich der Rap-Revoluzzer zurück. Vorab aber noch ein paar Zeilen zu seinem Erstlingswerk. Auf „Piratensender“ störte der wenig abwechslungsreiche Flow und die ewig gleiche Stimmlage. Auf Albumlänge schlich sich ein Gefühl der Monotonie ein. Bei seinem aktuellen Album Gegensätze, wieder exklusiv von Crada produziert, scheint er aus den Kritiken gelernt zu haben. Purkwa verleiht seinen Worten jetzt mehr Nachdruck, wechselt häufig die Tonlage und spielt auch mehr mit seinem Flow. Dieses Manko konnte er zur Freude der Kritiker definitiv ausgleichen und weiß nun, wie er seine Hörer mitreissen kann. Von Revolution sollte auch nicht im Flüsterton gesprochen werden. Seine Texte gehen unter die Haut, wie beim ersten Album auch. Purkwa ist „back in the days“, macht dennoch wieder einen Schritt nach vorne. Dennoch wirkt es an manchen Stellen doch störend, wenn er mitten im Text ins Englische wechselt, zwar gekonnt, dennoch unerwartet. Wenn man sich bewusst macht, dass er vor allem englischsprachige MCs bevorzugt, könnte man es auch als eine Hommage an seine Lieblingskünstler werten.


Produzent Crada hat geschafft ihm die passenden Beats zu schneidern, der Sound ist vom Soul geschwängert und mit passenden Word-Cuts unterlegt. Lob an Purkwa für die gelungene Beatauswahl, alle vierzehn Songs gehen wunderbar ins Ohr. Der letzte Track, ein reines Instrumental, schreit einem entgegen: „Von diesem Produzenten werden wir in Zukunft noch öfter hören“. Entgegen den Gerüchten hat man beim Hören nicht den Eindruck, dass Crada seine besten Beats zurückgehalten hätte. „Fühlst du den Beat?“, kann man auf jeden Fall bejahen! Wenn der deutsche Rap nicht wäre, könnte man denken dass gleich ein Common oder Talib Kweli aus dem Speaker spricht. „Take it to the next level“, hoffentlich gilt diese Maxime auch bei seinem dritten Album, die Texte stehen ja bereits!

Eine Review gibt meist Anspieltipps, um den Hörern das Skippen zu erleichtern. An dieser Stelle wird darauf verzichtet, denn das Album läuft seit mehreren Tagen im Dauer-Repeat. Diese Aussage spricht für Purkwa und sein Album Gegensätze. Das Intro hört sich nach einer Zeit ab, gut, das ist jetzt kein Mangel. In dem Song „Dein Gesicht bleibt“ verarbeitet Purkwa seine langjährige Beziehung und wer gerade eine glückliche Beziehung führt, wählt den Song nicht unbedingt als Repeat-Favourit.

Fragt sich nur, warum Purkwa noch nicht bei Kopfhörer Recordings unter Vertrag ist. Das Album reiht sich definitiv ein in die aktuellen Releases von Ryoma oder Donato. Genau wie diese Alben, sollte auch Gegensätze in euerem CD Regal stehen! Purkwa hat jedenfalls nichts dagegen, „dass diese Platte sich verkauft“.

„Also spiel sie laut, dreh die Anlage auf!“

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Ein Snippet findet sich auf Purkwa’s Myspace Seite

erschienen in: 1beat Magazin

// http://1beat.de/review/purkwa-gegensaetze/

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