La Confianza – Mission Weltherrschaft

29. Dezember 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Bei einer gemütlichen Shisha traf ich Pablo Christlein alias Manifou*, Frontmann der Crossover-Band La Confianza. Der 19-Jährige Gymnasiast lebt mit seiner Familie bei Münchberg und steht kurz vor seinem Abitur. Mit ihm sprach ich über den neuen Proberaum der Band, ihr schlichtes Erfolgsrezept, das BETORE-Festival 2009 und den Friedensnobelpreis für Barack Obama.

holg: Aus eurem letzten Proberaum bei Selb wurdet ihr gegangen und wart dann eine zeitlang obdachlos. Hat sich nun doch alles zum Guten gewendet?

Pablo: Nach langer Suche haben wir wieder einen festen Proberaum. Wir können jetzt in einer alten Fabrik bei Erkersreuth unser Unwesen treiben und haben sogar Tageslicht. 20m2 Raum für die wir nur die Strom- bzw. Heizungskosten zahlen müssen. Perfekt!

holg: Die Band besteht seit 2007, seitdem brecht ihr alle Rekorde. Letztes Jahr hiess der Gewinner des renommierten R.I.O.-Bandwettbewerbs, vor Lebend K.O. aus Helmbrechts, La Confianza. 2009 wart ihr bei jedem Festival in Oberfranken vertreten und heute habt ihr bereits Konzerttermine bis Oktober 2010. Wie erklärst du dir diesen Erfolg?

(hier klicken und davon überzeugen – watch?v=N1r6Xj4oobc)

Pablo: Also erstmal natürlich: Arbeit, Arbeit und noch mehr Arbeit. Aber ich denke wir sind einfach eine ultimative Liveband und bieten unseren Hörern jedes Mal eine krasse Show. Zum Betore-Festival 2008 hatten wir ja diesen Militär-Look und weiße Maleranzüge (lacht). Ich denke auch, egal ob man ein Album hat oder nicht, die Leute kaufen das ja eh kaum noch. Eine geile Live-Show ist das A und O, oft werden wir auch von Veranstaltern gebucht die wir live überzeugt haben. Nicht vergessen darf man natürlich, dass wir grundsätzlich alles spielen. Wir sortieren noch nicht aus, jedes Konzert wird gespielt!

holg: À propos Album, wie seid ihr mit der Resonanz auf Epochenjäger zufrieden?

Pablo: Es lief wirklich besser als erwartet (lacht). Wir haben sogar 1000 Kopien nachpressen lassen und von den insgesamt 1500 Stück sind schon fast alle weg. Natürlich geht da auch viel für die Promotion drauf, muss ja sein. Was die Kritiken betrifft sind die Meinungen zwiegespalten, aber so muss das ja auch sein. Ich finde eine Band muss polarisieren um irgendwann groß rauszukommen. Also sind wir auf dem besten Weg. Die einen feiern unser Album als die Rückkehr der 90er Jahre und den anderen sind wir entweder zu Hip Hop oder zu Metal. Aber die Akzeptanz ist definitiv da.

holg: Die Band Lebend K.O. schlägt mit Rap‘n‘Rock ja in die gleiche Crossover-Kerbe wie ihr. Würdest du sagen ihr lauft ihnen gerade den Rang ab? Oder kann man eure Musikstile nicht so einfach vergleichen?

Pablo: Das würde ich so nicht sagen. Es mag ja sein, dass wir mehr Konzerte spielen, mehr Zeit und Geld investieren. Aber da wir alle gut befreundet sind, möchte ich das an dieser Stelle definitiv verneinen. Sicher kann man unsere Stile in irgendeiner Art und Weise vergleichen, vor allem was die Ideale hinter der Musik betrifft. Unser Sound ist auf jeden Fall härter, auch wenn Lebend K.O. in letzter Zeit etwas härter geworden ist. Ich würde mir wünschen, dass die Öffentlichkeit in eine andere Richtung denkt, mehr den Open-Mind-Gedanken lebt und beide Bands und natürlich die Musikstile feiert.

holg: Also bist du der Meinung, dass Crossover-Musik immer noch zu wenig Akzeptanz seitens des Publikums erfährt?

Pablo: Ja gut, das Genre ist nicht leicht. Die Kunst ist einen Mittelweg zu finden, der einen persönlich auch glücklich macht. Den Hip Hop Heads ist man schnell zu hart und den Metallern zu soft. Man muss die Leute von seinem Stil überzeugen und da sind wir wieder bei dem Thema Live-Shows, die knallen müssen.

holg: Euere Live-Show am BETORE-Festival 2009 scheint ja geknallt zu haben. Wie ich hörte wurdet ihr als heimlicher Headliner von 300 Zuschauern gefeiert. Stimmt‘s?

Pablo: Ja, das war natürlich ein Heimspiel in Wüstenselbitz und definitiv ein sehr geiles Konzert. Vor allem die jungen Leute haben uns gefeiert, das war wirkliche eine tolle Erfahrung. An dieser Stelle danke ich nochmal allen die da waren.

holg: An wen würdet ihr, an Stelle der Veranstalter, den Erlös spenden?

Pablo: Ich denke wir würden der Kindernothilfe das Geld spenden, da wir mit den Damen und Herren schon in der Vergangenheit zusammengearbeitet haben. Der persönliche Kontakt war sehr freundlich und wir hatten eine gute Zeit.

holg: Ihr macht von euren Gigs ja meistens ein kleines Video für Youtube, quasi eine Art Tour-Tagebuch. Erzähl doch mal von einem typischen Konzertwochenende.

Pablo: (lacht) Ja da gibt es so einige. Ok, wir waren drei Tage unterwegs in unserem sehr alten VW T2 „Tourbus“. Von Selb nach Berlin, da haben wir den ersten Gig gespielt. Danach zwölf Stunden nach Baden-Württemberg an der Grenze zu Österreich, wieder einen Gig gespielt. Dann zwölf Stunden Fahrt nach Österreich, noch ein Konzert und im Anschluss zurück nach Selb mit Zwischenstopp in München weil einer von uns an den Flughafen musste. Natürlich mussten wir jedes Mal direkt nach unserer Ankunft auf die Bühne. (lacht)

holg: 2010 steht vor der Tür. Wie sind eure Pläne? Neues Album? Konzerte?

Pablo: Material für ein neues Album haben wir schon und natürlich kommt ständig mehr dazu. Aber ich denke 2010 wird es nicht mehr rauskommen, muss ja auch erstmal finanziert werden. Konzerte spielen wir, wie du schon gesagt hast, wieder jede Menge. Wir wollen wieder auf allen Festivals der Gegend spielen und versuchen auch an größere heranzukommen. Leider können wir uns „pay-to-play“ nicht leisten und eine Booking Agentur haben wir auch noch nicht im Rücken. Aber da sind wir auch dran!

holg: Wie die Kollegen von Campus TV schon festgestellt haben, seid ihr politisch sehr aktiv. Hast du eine Meinung zu schwarz-gelb?

Pablo: Ja, das musste so kommen. Klar. Ich denke das ist momentan das kleinere Übel. Bisher ist es auch eher holprig angelaufen, wir werden sehen. Ich gespannt wie sich das alles auf die Jugendzentren auswirkt, die sorgen ja für die meisten Konzerte und wenn denen dann noch mehr Geld als eh schon fehlt. Puuh, da wird es weiter bergab gehen.

holg: Hat Barack Obama den Friedensnobelpreis zu Recht erhalten?

Pablo: Zum einen finde ich es gut dass er quasi für seine Visionen den Preis erhalten hat. Das gibt ihm sicher den wichtigen Rückenwind und bringt vielleicht einige Kritiker zum verstummen. Zum anderen finde ich die Verleihung nicht gerechtfertigt, der Preis kommt zu früh. Andere Personen hätten es mehr verdient gehabt, Personen die wirklich für Frieden gesorgt haben.

Pablo, vielen Dank für das interessante Interview und liebe Grüße an Arzi, Domi und Tobi!

PS: Habt ihr gewusst dass er schon immer extravagante Auftritte mochte? Bei seiner Musterung in Weiden erschien der überzeugte Pazifist im Hasenkostüm. Wehrpflichtverweigerung mit Stil!

– Habt ihr noch offene Fragen? – Dann hinterlasst bitte einen Kommentar!

Myspace: http://www.myspace.com/laconfianzamusic

Homepage: http://www.laconfianza.de

Blog: laconfianza.blog.de/

erschienen in: Frankenpost – Junge Seite

/ http://www.frankenpost.de/nachrichten/jugend/mittendrin/art2840,1160708

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