Donato – „Angst“ haben ist salonfähig!

6. Dezember 2009 § Ein Kommentar

Am vierten Dezember erschien das zweite Album von Donato, mit bürgerlichem Namen Marco Donato, auf dem Münchner Label Kopfhörer Recordings. Der 26-Jährige Dortmunder berichtet unter anderem über seinen E-Mail Kontakt mit Staiger, warum er nicht von der Musik leben wird und man mit illegalen Downloads rechnen muss.

holg: Bekannt wurdest du durch deinen Song „Schweigen“ auf Roey Marquis II. Produzentenalbum Momentaufnahmen III. Wie ging es nach 2004 für dich weiter?

Donato: Durch „Schweigen“ lernte ich viele Leute kennen, mit denen ich in der Folge arbeiten durfte, sei es mnemonic, Pal One, Trauma, Brisk Fingaz, Lunafrow und einige andere. Der Song hat mir geholfen, mit „Damals wie heute“ ein Album auf die Reihe zu stellen, was auch vier Jahre nach Veröffentlichung immer noch vielen etwas bedeutet. 2006 kam dann ein gemeinsames Album mit Inferno79 namens „Mond-Licht-Schatten“, durch das wir uns beide weiter innerhalb der Szene etablieren konnten. Nach der zwischenzeitlich eingeschobenen EP, Könige unter Blinden, mit mnemonic ist „Angst“ nun mein erstes Solowerk seit 2005.

holg: Vor was hast du denn Angst?

Donato: Das ist schwer in Worte zu fassen – ansatzweise hört man das im Titeltrack des Albums heraus. Grundsätzlich ist Angst seit geraumer Zeit die dominanteste Emotion in meinem Leben. Das gilt sehr wahrscheinlich für einige andere Leute auch, und ich nutze meinen Status, um das auch im Namen dieser Leute auszusprechen. Viele werden sich verstanden fühlen, wenn sie das Album hören.

holg: Welcher der 15 Songs auf deinem Album liegt dir besonders am Herzen und warum?

Donato: Ich habe keinen Song, der mir mehr bedeutet als die anderen. Sie sind für mich alle zu den Zeitpunkten, in denen sie entstanden sind, sehr wichtig gewesen, weil das Schreiben für mich nach wie vor ein Ventil darstellt.

holg: Was steckt hinter dem ausgefallenen Cover?

Donato: Das Cover ist farblich recht simpel gehalten und illustriert mich mit Gegenständen, die mir aus dem Kopf wachsen. Sie stehen symbolisch für einige globalere Ängste.

holg: Auf deiner MySpace-Seite hast du eine unterhaltsame Antwort-E-Mail von Staiger, aktuell Chef von Rap.de, im Blog. Hat sich der Staiger daraufhin noch mal gemeldet?

Donato: Herr Staiger hat sich leider nicht mehr gemeldet. Das habe ich aber auch nicht erwartet. Ich sehe das alles auch nicht so eng – es bestätigt mich nur darin, dass gerade Rap.de halt sehr stark filtert. Es ist schon auffällig, wie Berlin-lastig und selbstherrlich das Magazin geworden ist, und das finde ich schade. Denn das war mal anders.

holg: Wie geht es nach dem Album weiter? Gehst du auf Release Tour?

Donato: Eine Tour wird es leider nicht geben, vereinzelte Auftritte vielleicht. Ich werde die Zeit in erster Linie nutzen, um mich noch mehr auf Job und Studium zu fokussieren.

holg: Hast du „Angst“, dass dein Album nach zwei Wochen im Netz landet und du keine CDs mehr verkaufen kannst? Finanziell wäre das ja ein Desaster!

Donato: Das Album wird spätestens am Tag der Veröffentlichung im Netz stehen, da mache ich mir nichts vor. Natürlich sind die Downloads häufig ein Problem, weil es viele gibt, die die Sachen feiern, dann aber nicht kaufen. Wenn die sich das Album ziehen und dann merken, „wow, das finde ich cool, das hole ich mir Original!“, dann wäre das voll okay. Aber leider ist das eher selten. So müssen wir wie schon bei den vergangenen Releases darauf hoffen, dass wir schuldenfrei aus der Nummer rauskommen. Und das ist wirklich keine Selbstverständlichkeit.

holg: Warum schmeißt du dein Studium nicht hin und versucht von Musik zu leben? Oder weil es gerade in ist: hörst du auf mit Rap weil du so enttäuscht bist von der Szene und den Fans?

Donato: Von der Musik kannst du als Rapper in Deutschland nicht leben, es sei denn, du gehörst zu den oberen Top Ten. Aber selbst dann wird es mittlerweile schwierig. Das ist einfach illusorisch und kein realistisches Ziel. Es ist durchaus möglich, dass „Angst“ mein letztes Album war, aber das hat nichts damit zu tun, dass es in ist aufzuhören oder dass ich enttäuscht wäre. Es hat einfach damit zu tun, dass mein Interesse an Rap und der Szene als solche nachgelassen hat. Aber warten wir mal ab, was die Zukunft bringt.

holg: Wenn das Album schlecht läuft, was dann? Nimmst du dann ne Gitarre in die Hand und gehst zu DSDS? Wie ist deine Meinung zu den Popsternchen?

Donato: Bei Casting-Shows habe ich nichts verloren. Dort laufen teilweise wirklich gute Leute rum, denen man einfach nur wünschen kann, dass sie früh genug rausfliegen. Denn dann haben sie eine gewisse Fanbase hinter sich und können unter Umständen trotzdem eigenständige, authenthische Musik nach eigenem Gusto rausbringen. Das wäre so der Optimalfall.

holg: Dein Rap ist ja bekanntermaßen eher „down to earth“, möchtest du trotzdem irgendwann bei MTV auf Rotation laufen und die große Masse erreichen?

Donato: Um bei MTV zu laufen, bräuchte man erstmal ein Video (lacht). Natürlich, ich würde mich auf keinen Fall dagegen wehren. Aber letztlich würde das nichts an meiner Musik und an meiner allgemeinen Situation verändern. Insofern bin ich auch jetzt schon sehr zufrieden, wie es bisher für mich gelaufen ist.

Mehr Informationen siehe:

http://www.twitter.com/DonatoEins – Donato zwitschert!

http://www.donato.de

http://www.kopfhoerer-rec.de

http://www.hhv.de/item_181196.html – Album hier bestellen!

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erschienen in: Frankenpost – Junge Seite

/ http://www.frankenpost.de/nachrichten/jugend/mittendrin/art2840,1157161

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